„Ich will ein Cyborg sein!“ – CeBIT-Besucher lassen sich chipen

„Ich will ein Cyborg sein!“ – CeBIT-Besucher lassen sich chipen

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Ein Technik-Trend, der unter die Haut geht. Auf der CeBIT-Messe in Hannover lassen sich hunderte Menschen freiwilligen einen Computerchip unter die Haut setzen. Ein futuristischer Trend oder ein Piercing für IT-Nerds?

Der Hersteller der NFC-Chips, Amal Gfraafstra, ist von seinem Produkt jedenfalls begeistert und promotet den Getreidekorn-großen Chip, der mit Funkerkennung und einem Speicherplatz von 888 Byte ausgestattet ist. Dank NFC-Erkennung können Informationen vom Chip gespeichert und abgelesen werden. Gfraafstra trägt seine virtuelle Visitenkarte auch ständig bei sich. Alles was er zum Dekodieren benötigt ist sein Smartphone – und schon können Daten übertragen werden. Er nennt diese Verschmelzung aus Mensch und Technik „Biohacking“ und implantiert Interessenten auch gleich den Chip unter die Haut.

Großer Andrang

Der Andrang auf der Messe ist groß und die Beweggründe der Besucher, die sich einen NFC-Chip implantiert haben, sehr unterschiedlich. Sie reichen von Argumentationen wie „Ich will ein Cyborg sein“, über „Einfach zum Spaß, ich muss mir noch überlegen was ich genau damit mache“ bis hin zu „Dann muss ich mir die Passwörter nicht mehr merken“.
Laut Gfraafstra hat der Chip viele Anwendungsmöglichkeiten wie das Speichern von Passwörtern, Steuerung von Lichtanlagen oder Zutrittsberechtigungen. In Zukunft soll auch der Einkauf an der Kassa mittels implantierten NFC-Chip getätigt werden können.

Angeblich tragen bereits 50.000 Menschen weltweit einen Chip unter der Haut. Doch handelt es sich dabei nicht nur ausschließlich um IT-affine Nerds, sondern auch Ärzte und Rechtanwälte nutzen die Chips als Zutrittskontrolle. Die Fluglinie SAS testet derzeit die Chips beim Einchecken und möchte als erste Fluglinie dieses Service anbieten.

Eingeschränkte Möglichkeiten

Cyborg-Experte Alexander Krützfeldt kritisiert die eingeschränkten Möglichkeiten der derzeitigen Chip-Implantate. Zurzeit sind die Chips lediglich ein Werkzeug mit ganz speziellen Nutzen. Erst wenn die Chips die gleichen Einsatzmöglichkeiten wie Smartphones bekommen, werden sie am Markt interessant. Auch auf der CeBIT sind viele Besucher von den NFC-Chips nicht gänzlich überzeugt und sehen den Mehrwert noch nicht. Es wird wohl noch ein paar weitere Jahre benötigen, bis sich der Trend durchsetzt und allen unter die Haut geht.

http://www.cebit.de/

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