Cloud in China – Europa – MeToo?

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Eurocloud Europe wurde vom Chinese Institute of Electronics (CIE) eingeladen, an der Chinese Cloud Computing Conference in Peking teilzunehmen.

Auf der Konferenz besuchten zwei Delegationsmitglieder aus Österreich, Leopold Obermeier und Wolfgang Aigner (Vorstand nWoW – new World of Work e. Gen.), die Aussteller auf der Veranstaltung und versuchten herauszufinden, welche Produkte bzw. Services angeboten werden. Das war insofern nicht ganz einfach, als fast alle der 47 Anbieter ihr Angebot nur auf Chinesisch und mit einheimischem Personal darboten. Auf Grund dieser Tatsache wurde in einem zweiten Anlauf mit einer Übersetzerin der Versuch gemacht, das Angebot zu analysieren. Die Erkenntnisse aus dieser zugegeben eher selektiven Marktanalyse sind aus der Sicht von Eurocloud folgende:

Es gibt ein umfangreiches Angebot im Bereich „Infrastructure as a Service“. Die Technologie ist gut etabliert, es gibt gut eingeführte Anbieter mit soliden Lösungen, die zum Teil als sehr komfortable „Self Service“-Portale ausgeführt sind.

Ein Anbieter in diesem Umfeld ist Bingo Soft. Der Anbieter nennt sich selbst „Amazon Chinas“ und ist durchaus an Kooperationen interessiert. Bingo Soft versucht, die Softwarelösung, mit der das eigene Portal betrieben wird, auf dem europäischen Markt zu positionieren.

Das größte Problem beim Versuch, IaaS nach Europa zu bringen, stellt die „große chinesische Firewall“ dar. Wie aktuell gerade in aller Munde ist, wird nicht nur in Amerika der gesamte Internet Traffic überwacht, sondern auch in China, wobei er dort zusätzlich noch zensuriert wird.

Im Bereich Software as a Service konnten keine nennenswerten Lösungen identifiziert werden. Die Conclusio daraus ist, dass im Bereich SaaS China noch nicht so weit fortgeschritten ist. Das Interesse, am europäischen Markt als Anbieter aufzutreten, ist aktuell noch sehr begrenzt.

Das führt direkt zur zweite Erkenntnis der Analyse: Es gibt eine Vielzahl von „Me Too“-Lösungen, die einerseits durch die Sprachbarriere und andererseits durch die bereits erwähnte „große chinesische Firewall“ vulgo Zensur bedingt sind.

Als Beispiel wäre hier das „Google Chinas“ anzuführen, eine durchaus vergleichbare Search Engine namensBaidu. Baidu wurde im Jahr 2000 von Robin Li gegründet und ist mit $ 961 Millionen Revenue im Q1/2013 sowie 20.000 Angestellten durchaus mit Internetgrößen in westlichen Breiten vergleichbar. Mit einer Vielzahl von Produkten wird versucht, das Portfolio über den Bereich der Suche hinaus zu erweitern.

Ein chinesischer Facebook-Ersatz ist facishare.com (http://www.fxiaoke.com/index.html) mit einer Webseite und mobilen Clients. Facebook selbst ist in China auf Grund der „großen chinesischen Firewall“ nicht verfügbar.

Rahmenbedingungen wie Sprache und Zensur führen zu „Me Too“-Services als logische Konsequenz. Auf Grund des großen einheimischen Marktes in China ist aktuell auch kein großes Interesse am internationalen Markt festzustellen, wobei die Entwicklung rasend schnell vor sich geht und die Situation sich schnell ändern kann.

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